Fischefrauen und Rindermänner
Heute wird gearbeitet. Gunn-Marit und ich binden uns Schürzen um, die beiden Männer steigen in ihre Overalls. Im Stall klemmt ein Wasserventil, das muss repariert werden. Dann müssen, wie jeden Tag, die Kühe gefüttert werden. Währenddessen steht für uns Tradwifes die Arbeit im Haus an. Fische müssen filetiert werden. Gunn-Marit holt die großen Dorsche aus ihrem Zwischenlager im Transporter auf dem Hof. Verderben kann hier nichts, es hat Minus 14 Grad und die Sonne scheint. "Osterwetter", meint Gunn-Marit. "Hhhmm", denke ich, "vom Eise befreit sind Strom und Bäche, durch des Frühlings holden, belebenden Blick - das trifft es hier im Norden nicht so ganz." „Gerade fing man einen Dorsch, der wog 51 Kilo“, informiert mich Gunn-Marit, als wir am Waschbecken den Schleim von der Fischhaut bürsten. Die Norweger verwenden am liebsten das Präteritum, was in Deutsch immer etwas vornehm klingt: Ich aß den Fisch, den ich vorher bürstete. Mit einer Schere schneide...